Reporter an der Front: Die Erinyen
18.02.2012 von Camarr Staedtler
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Imperiums bekam ich die Möglichkeit, eine der neueren Einheiten der Flotte zu besuchen. Es war mein erster Besuch auf einem Kriegsschiff und mein erster direkter Kontakt mit der tödlichen Kriegsmaschinerie Jake Casstons. Entsprechend aufgeregt war ich, als sich mein Shuttle dem beeindruckenden Schiff, dem NSD Erinyen, näherte, welches mit seinem Geschwader im Bilbringi stationiert war.
Komplett in schwarz hing das tödliche Dreieck mit seinen nicht weniger tödlichen Begleitern im Asteroidenfeld von Bilbringi, direkt vor meinem Shuttle. Doch nicht die mächtigen Turbolaserbatterien erfassten mein Schiff, sondern der Traktorstrahl, der mich sanft im Hangar landen ließ. Ich hatte bis jetzt schon einige Hangars gesehen und hatte auch schon mit Militär zu tun, doch wer das erste Mal den Hangar eines Sternzerstörers betritt, bekommt das Gefühl der Winzigkeit, welches Sternzerstörer anscheinend von Natur aus verströmen und verströmen sollen.
Für einen Empfang sorgte Commander Mitchell, welche pflichtbewusst und freundlich zugleich wirkte, was mich erstaunt hat. Allerdings ist es weniger erstaunlich, wenn man die Bemühungen bedenkt, die das Imperium unternimmt, um weniger wesenverachtend zu erscheinen. Sehr schnell machte sie mir klar, dass meine Tätigkeit weniger frei sein würde, als ich es in anderen Bereichen gewohnt war. Doch war ich bereits vorgewarnt von Kollegen, die auch vor mir Einheiten des Imperiums besucht hatten. Auch war ich mir stets der wachsamen Augen der Soldaten bewusst, die mich auf jedem meiner Schritte verfolgen zu schienen.
Als erster wurde mir der Leitende Sicherheitsoffizier, Warrant Officer Abell , vorgestellt, der mir als sehr erfahrener Soldat erschien, der weit mehr gesehen hatte als die sterilen Flure der Erinyen. Die Gelegenheit, mich mit ihm über seine Erfahrungen im imperialen Militär zu unterhalten, erhielt ich leider nicht. Ich wurde von meiner Begleiterin auf die Brücke geführt, auf welcher ich ein überraschendes geordnetes Chaos vorfand.
Mir wurde erklärt, dass das Geschwader ein Manöver gegeneinander durchführte, damit die Crew etwas Übung bekam. Doch die Mannschaft des neuen Schiffes war anscheinend noch nicht sehr vertraut mit den Kontrollen, da feindliche Einheiten an Bord vordringen konnten.
Auf der Brücke wurde ich von einem weiteren Commander empfangen, der mir ein sehr wichtiger Mann erschien, da er, Befehle in alle Richtungen brüllend, eine gewisse Autorität ausstrahlte. Später wurde mir mitgeteilt, dass es sich um Captain Jeth, einen verdienten Offizier des Imperators, handelte. Auf jeden Fall wirkte er wie eine Bestätigung meiner sämtlichen Vorstellungen von einem hohen Imperialen; steif und verklemmt im offenen Umgang mit Zivilisten. Ich halte dem Captain zugute, dass er mich in meiner Arbeit nicht behindert hat, wie es bei anderen Kollegen wohl schon oft vorgekommen sein muss.
Der Nemesis Class Star Destroyer Erinyen – Ein wahrhaft gewaltiger Anblick und Ziel von Camarr Staedtler.
Ein weiteres Mitglied der Brückenmannschaft, Petty Officer Hills, traute sich auch nicht mit mir zu sprechen, zu groß scheinbar die Angst, beim Interview etwas Falsches zu sagen, was den Auswertern bei KOMENOR gar nicht gefallen würde.
Doch ein etwas längeres Interview war mir noch vergönnt, nämlich mit Lieutenant Viktor Marr, der sich auch im Schlachtgetümmel noch Zeit für mich nehmen konnte. Auf meine Frage, was ihn denn bewegen würde, den Militärdienst abzuleisten, antwortete er lapidar: Ehre und Pflichtgefühl. Leider wurde es mir verwehrt, mich eingehender mit dem Lieutenant zu unterhalten, da mir dann endlich die Kommandantin der Erinyen vorgestellt wurde.
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